Urs, 50 Jahre alt, Drucker: Ausgesteuert?

Das ist Urs. Er ist 50 Jahre alt und arbeitet seit 22 Jahren als gelernter Drucker in einem 4-Mannbetrieb. Schon länger zeichnet sich ab, dass die Druckerei schliessen muss. Durch den technologischen Wandel gibt es kaum noch Stellen, für die er sich als Drucker bewerben könnte. Ausserdem war es im Kleinbetrieb nicht üblich, dass die Angestellten Weiterbildungen besuchen können.

Als Urs die Stelle verliert, findet er trotz intensiven Bemühungen keine neue Arbeitsstelle. Seit 14 Monaten wird er nun von der Arbeitslosenversicherung unterstützt und die Absagen und das Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden, machen ihm zu schaffen. Wie soll es nach der drohenden Aussteuerung weitergehen? Seine Ersparnisse reichen nicht um ohne Einkommen bis zur Pensionierung leben zu können.

 Mit einem Ja zur Initiative Arbeit und Weiterbildung wird aber folgendes möglich:

Als sich abzeichnet, dass die Druckerei früher oder später schliessen wird, sprechen sich Urs und sein Arbeitgeber ab und Urs beginnt sich eine neue Stelle zu suchen. Schliesslich findet er eine Stelle als Polygraph, bei der er zum gleichen Lohn eingestellt werden kann, wenn er bis zum Stellenantritt Kenntnisse über spezifische Grafik-Programme vorweisen kann und ausserdem ein Einarbeitungszuschuss[1] gewährt wird.

Urs kann so mit seinen 50 Jahren problemlos vom alten zum neuen Arbeitgeber wechseln. Er kann dort bis zum Pensionsalter bleiben und wird mit seiner Rente auch im Alter auskommen.

 Kosten und Nutzen einer Weiterbildungsmassnahme für den Staat (50 bis 65 Jahre)

Kanton/

Gemeinde

Bund

Gesamt

Kurskosten

2‘590

2’590

Einarbeitungszuschuss

17‘040

17‘040

Gesamt Kosten Saat

17‘040

2‘590

19‘630

Einsparungen staatliche Ausgaben: Sozialhilfe, Prämienverbilligung, IV, UVG

2‘160

19‘080

21‘230

Mehreinnahmen Staat: Einkommenssteuern, Sozialversicherungsbeiträge

30‘320

58‘270

88‘590

Gesamt Nutzen Staat*

49‘520

79‘940

109‘820

Kosten-Nutzen-Verhältnis

1 : 6

*Durchschnittskosten einer ausbildungslosen Person gegenüber einer Person mit einer Ausbildung
[1] Heute ist ein Einarbeitungszuschuss nur möglich, wenn der Stellenverlust bereits stattgefunden hat und die Arbeitslosigkeit bereits besteht.

Quelle: Fritschi et al, Bern 2016, Fiskalische Rentabilität der Arbeitslosenhilfe ALHG